Ganter Magisch Dunkel – Unterwasserdreh

Unterwasserdreh für einen außergewöhnlichen Werbefilm

Das Konzept

Einen Werbefilm fürs Kino für das Bier „Magisch Dunkel“ zu kreieren, der in erster Linie Frauen anspricht, Männer jedoch nicht abschreckt – so lautete der Auftrag der Brauerei Ganter und der Kampagnenleiterin Stefanie Griesbaum von der Agentur Netzwerk Synergie. Wirft man einen Blick auf klassische Bierwerbung, so gibt es einige wenige Motive, die häufig aufgegriffen werden: Die Männerfreundschaft, Feierabendstimmung oder der einsame Mann in den Dünen – ein weiblicheres Motiv musste her. Da das Bier nur bei Vollmond gebraut wird und die Brauerei Ganter passend dazu einmal im Monat eine Erlebnisführung unter dem Motto „Vollmond, Bier und Zauberkraft“ dazu anbietet, war schnell klar, dass der Mond eine wichtige Rolle spielen würde.

Dunkles Bier trifft Vollmond – in diesem Werbefilm verkörpert durch eine dunkel gekleidete Frau mit keltischem Aussehen und ihren hell gekleideten männlichen Gegenpart. Dass das Konzept als Unterwasserdreh umgesetzt wurde, passt gut ins Konzept. Vor neutralem Hintergrund wird ein zeitloser, abstrakter Raum geschaffen. Bewegungen unter Wasser wirken ruhig und entschleunigt – eben magisch.

Die Produktion

Der Unterwasserdreh war anspruchsvoll und spannend zugleich. Mit dem Freiburger Westbad, das im Sommer wegen Renovierungsarbeiten geschlossen hatte, fanden wir die perfekte Location. Da jedoch blaue Schwimmbadkacheln nicht ins Konzept passten, musste schwarzer Stoff her. Aus verschiedenen Stoffproben, die uns die Firma Gerriets GmbH aus Umkirch zuschickte, wählten wir einen lichtabsorbierenden und möglichst wasserabweisenden Stoff aus. 300m² wurden benötigt, um zwei Seitenwände, den Boden und einen Großteil der Wasseroberfläche des fünf Meter tiefen Springerbeckens abzudecken. Nur eine Öffnung von 1,5m Durchmesser befand sich auf der Wasseroberfläche. So vermieden wir Reflektionen der blauen Kacheln.

Das Kleid unserer Darstellerin war eine Maßanfertigung. Aus 25m² Chiffon-Stoff wurde ihr das Kleid auf den Leib geschneidert. Auch unsere Cinekamera bekam ein Gehäuse, das vom Hersteller ewa-marine speziell auf die Bedürfnisse der Produktion angefertigt wurde. Ein Videokabel leitete das Bildsignal aus dem Wasser, ein zusätzliches Motorkabel ermöglichte die Steuerung der Schärfe vom Beckenrand aus.

Während des gesamten Drehs waren zwei Rettungstaucher der Tauchergruppe Pinguin-Freiburg im Becken, um unsere Darsteller und deren Kleider in Position zu bringen und für genügend Luft und Sicherheit zu sorgen. Ein ausgefeiltes Regie-Konzept, das unter anderem auf ein paar Metern Paketschnur basierte, ermöglichte es dem Regisseur, seine Anweisungen vom Beckenrand an die Darsteller unter Wasser weiterzugeben.

Die Postproduktion

Obwohl wir beim Dreh darauf achteten, möglichst viel „in-camera“ zu generieren und beispielsweise den Packshot mit einer echten Kamerafahrt drehten, war der Feinschliff  in der Postproduktion aufwändig. Da unter Wasser Rottöne – und damit auch die Hauttöne – sehr schnell verschwinden, war eine gründliche Farbkorrektur notwendig. Die RAW Aufnahmen und ein spezieller Unterwasserfilter vor dem Kamerasensor ermöglichte es uns jedoch, die roten Haare und Hautfarbe wieder herzustellen. Nachdem Schnitt, Farbkorrektur und Musik aufeinander abgestimmt waren, wurde der Film in 4K Auflösung fürs Kino gemastert.

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